Was ist Xylit?

Xylit ist eine natürliche Substanz, die 1891 durch den deutschen Chemiker Emil Fischer entdeckt und erstmalig aus Birkenrinde und Hartholz (Xylose) gewonnen wurde. In kristalliner Form wird Xylit seit den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts produziert. Wegen der Zuckerknappheit in Finnland in den 60er und 70er Jahren wurde Xylit dort häufig zum Süßen verwendet. Man stellte überrascht fest, dass Kinder, die Xylit verwendeten, weniger Karies entwickelten. Zahlreiche wissenschaftliche Studien folgten - auch im Zusammenhang mit einer zuckerfreien Diabetikerernährung. Einhelliges Urteil: Xylit ist ein unbedenkliches Nahrungsmittel, das zudem noch erfolgreich vor Karies schützen kann!

Seit 1974 wird Xylit im industriellen Maßstab produziert und erfreut sich seit dieser Zeit als Süßungsmittel zunehmender Akzeptanz in vielen Ländern, insbesondere in den USA, Japan und Skandinavien. Zahlreiche klinische Studien belegen die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Xylit als eine gesunde Alternative zu Zucker und künstlichen Süßstoffen.

Forschung

Trotz verbesserter Zahngesundheit durch Fluoridanwendung, ist Zahnkaries in vielen Ländern immer noch weit verbreitet. Zu den praktischen Kontrollmaßnahmen gehört die Einschränkung des Zuckerverbrauchs. Zahnschonende Süßwaren auf der Basis von Xylit helfen effektiv bei der Reduzierung des Kariesaufkommens.

Die Herstellung von kristallinem Xylit erfolgt aus Xylan, das aus Birkenholz, Kokosschalen, Maiskolben und anderen Biomassen gewonnen wird. Sie ist aufwändig, deshalb ist Xylit auch teurer als Zucker.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Xylit der Entstehung von Karies vorbeugen kann, weshalb man konventionelle Süßigkeiten und Zucker durch Xylit ersetzen sollte. Xylit ist sehr gut für Kinder, Schwangere, Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen geeignet. Klinische Studien wie die der Weltgesundheitsorganisation WHO belegen eindeutig, dass Xylit-Produkte wie Bonbons, Kaugummi oder Zahnpasta den Kariesbefall deutlich reduzieren. Beim direkten Vergleich von Xylit- und Sorbit-Produkten (Belize 1989-93) war das Kariesrisiko der Xylit-Gruppe um 70% niedriger als in der Kontrollgruppe und um beinahe 50% niedriger als in der Sorbit-Gruppe. Dies bestätigt nachdrücklich die überlegenen Vorteile von Xylit für die Zahngesundheit.

Xylit ...

  • hemmt Streptococcus mutans und dadurch die Anfälligkeit für Karies,
  • reduziert die Plaquemenge, der verbleibende Plaque ist weniger klebrig und beim Zähneputzen leichter zu entfernen,
  • unterstützt im Gegensatz zu Sorbit die Remineralisierung der Zahnoberfläche.

Im Gegensatz zu Zucker und anderen Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit und Mannit, die alle Moleküle mit 6 Kohlenstoffatomen haben, enthält das Xylitmolekül jedoch nur fünf Kohlenstoffatome. Kariesbakterien, wie z.B. Streptokokkus mutans, können Xylit nicht verdauen. Sie hungern mit der Zeit aus, das Kariesrisiko sinkt. Xylit fördert die Wiedereinlagerung von wichtigen Mineralien in den Zahnschmelz und unterstützt die Wirkung von Fluoriden. Xylit hemmt die Mutter-Kind-Übertragung von Karies-Bakterien: Kinder, deren Mütter in und nach der Schwangerschaft regelmäßig Xylit-Produkte verwenden, haben bis zu 70% gesündere Zähne!

Die regelmäßige Verwendung von xylithaltigen Produkten wird von zahlreichen internationalen zahnärztlichen Fachverbänden zur Kariesvorbeugung empfohlen.

Empfehlung

5-10g täglich - verteilt auf 3 bis 5 Portionen - nach den Mahlzeiten lutschen. Xylit kann bei übermäßigem Verzehr (Erwachsene ab ca. 50g/Tag) anfangs abführend wirken, deshalb sollten Kinder unter 3 Jahre höchstens 5g/Tag einnehmen. Nach zwei bis drei Wochen regelmäßiger Einnahme gewöhnt sich der Körper in aller Regel um und dieser Effekt verschwindet.